Auf den Friedhöfen wird es bunt

Kompakte Frühjahrsblüher bieten jetzt ein erstes Farbenspiel auf den Gräbern

Mit Frühlingsblumen lassen sich farbenfrohe Akzente auf dem Grab setzten. Foto: GdF, Bonn

30.03.2021

Die ersten Sonnenstrahlen laden ein zu einem Besuch auf dem Friedhof. Noch sind die großen Bäume kahl. Doch die ersten Sträucher, wie die winterblühende Zaubernuss (Hamamelis), die bereits vor dem Laubaustrieb wunderschön gelb blüht und angenehm duftet, zeigen bereits, dass der Frühling naht. Auch auf den Gräbern schauen die ersten vorwitzigen grünen Spitzen der Frühjahrsblüher aus der Erde.

Die Winterpause ist beendet: Es ist Zeit für die Grabpflege

Besonders das frische Grün tut der Seele gut und es macht Freude jetzt mit der Pflege des Grabes zu starten.

Zwar werden als Rahmenbepflanzung auf dem Grab oft Nadelgehölze verwendet, aber auch Laubgehölze schaffen eine interessante Kulisse, wie Fächer-Ahorn (Acer) oder eine frühjahrsblühende Zaubernuss (Hamamelis), gelbe Forsythien (Forsythia) oder die Hängende Weide (Salix caprea ‚Pendula‘) mit ihren gelben Kätzchen, die bereits früh im Jahr Nahrung für Bienen und Hummeln bietet.

Wenn keine starken Fröste mehr in Aussicht stehen, können Gehölze jetzt bei Bedarf zurückgeschnitten werden, um trockene, abgestorbene Triebe zu entfernen oder der Pflanze einen Formschnitt zu geben.

Zum Hingucker in der Wechselbepflanzung werden Zwiebelblüher wie Krokusse, Narzissen und Tulpen, die vorgetrieben aus Friedhofsgärtnereien jetzt in Kombination mit einem bunten Primel-Mix das Grab zu Leuchten bringen.

Außerdem eignen sich Tausendschön/Gänseblümchen (Bellis), die es in den Farben Weiß, Rosa, Rot und Variationen gibt, Stiefmütterchen (Viola) in einem riesigen Farbspektrum sowie weiße, rosa- und blaublühende Vergissmeinnicht (Myosotis) als dankbare Kombinationspartner. Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen haben übrigens eine lange Tradition und gelten als Symbolpflanzen für die Grabgestaltung. Das Gänseblümchen steht für Bescheidenheit, Mutterliebe und Unschuld. Mit dem Vergissmeinnicht drückt der Angehörige aus „Du sollst unvergessen bleiben“ (Symbol: Liebe und Treue) und das Stiefmütterchen steht für Dreieinigkeit und Erinnerung. Auch aus dem Reich der Stauden sorgen frühjahrsblühende Arten für eine abwechslungsreiche Bepflanzung.

Der Friedhofsgärtner vor Ort hilft bei der Bepflanzung

Frühzeitig blühen auch Gänsekresse (Arabis) in leuchtendem Blau oder Weiß und die weißen Schleifenblumen (Iberis). Winterharte Nelken-Arten (Dianthus) zeigen dann meist ab April ihre edlen, nostalgisch anmutenden Blüten.

Wer nicht selbst Hand anlegen kann oder möchte, kann die Pflegearbeiten auch beim Friedhofsgärtner vor Ort in Auftrag geben. (grabpflege.de)


Bestatter haben vielfältige Aufgaben

Von der Trauerrede bis zur individuellen Programmgestaltung gibt es einiges zu erledigen

Bestatter müssen heutzutage eine Vielzahl an Aufgaben erfüllen, die früher traditionell eher von gesellschaftlichen Institutionen wie der Kirche wahrgenommen wurden.

„Ein schönes Beispiel hierfür sind Trauerreden. Während früher geistliche Vertreter damit befasst waren, sind es heute häufig private Redner oder auch der Bestatter selbst, der die Worte an die Trauergesellschaft richtet“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl. Aber auch Art und Ort der Bestattungsfeier und der Bestattung selbst werden immer individueller.

Individuell und modern oder doch lieber traditionell?

Sterben gehört zum Leben – nur die Trauerfeier und die Bestattung selbst sind individueller als früher.

„Während für lange Zeit ein beeindruckender Sarg den Mittelpunkt der Bestattungsfeier darstellte, geht es heute auch darum, das Programm drum herum so individuell wie möglich vorzubereiten. Es braucht eine Trauerfeier, eine gute Beratung hinsichtlich der Bestattungsart und ein immer offenes Ohr für die Belange der Hinterbliebenen“, bekräftigt Stahl. Dazu kommt die Bestattung selbst: Helle, moderne Räumlichkeiten mit der Lieblingsmusik des Verstorbenen und individuell ausgesuchtem Raumschmuck mit anschließender Beisetzung des aufwendig gestalteten Sarges im Freundeskreis geht ebenso wie klassische Musik in einer traditionell ausstaffierten Trauerhalle, die anschließende Kremation im Beisein der Hinterbliebenen und die Bestattung der Urne unter der Leitung eines Geistlichen.

„Im ersten Fall bietet sich dann zum Beispiel ein individuell gestaltetes Grab mit modernen Steinmetz-Arbeiten, persönlichen Gegenständen und einem Foto des Verstorbenen an. Im Fall der Urne wird gerne ein klassisches Grab mit Blumen und einem Grabstein oder einem Kreuz mit Inschrift gewählt. Aber auch der umgekehrte Weg ist natürlich denkbar: ein modern geschmücktes Urnengrab oder ein zurückhaltend ausstaffiertes klassisches Grab“, so Stahl.

All das und zunehmend auch pflegefreie Grabvarianten müsse ein Bestatter heute anbieten oder organisieren können. Auch die Friedhöfe müssten dafür in Zukunft noch stärker die Voraussetzungen schaffen, damit der Bestatter diese Wünsche auch umsetzen könne. (red)