Darf Home-Office angeordnet werden?

Arbeiten zu Hause: Weder Zwang noch Recht

Home-Office wurde während Corona für viele Arbeitnehmer üblich. Foto: VinzentWeinbeer/Pixabay

15.07.2021

Zwar wurde das Arbeiten fernab des Büros während der Corona-Krise üblich, doch wenn es nicht vertraglich festgehalten ist, darf weder der Chef einen Mitarbeiter gegen seinen Willen ins Home-Office schicken, noch hat der Mitarbeiter ein Anrecht auf Heimarbeit. Auch nicht in Zeiten von Corona.

Allerdings kann das Home-Office unter Umständen mehr Sicherheit für Arbeitnehmer bedeuten Infektion vorbeugen.

In Deutschland bestimmt grundsätzlich der Arbeitgeber den Arbeitsort seiner Angestellten, doch es lässt sich klären, ob es für den eigenen Job einen Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung gibt, die die Arbeit im Home-Office regelt. In manchen Unternehmen ist klar definiert, wie viel Prozent der Arbeitszeit im Home-Office erbracht werden kann. Genauso gibt es Firmen, die verlangen, dass nach Jobantritt zunächst eine bestimmte Zeit im Büro gearbeitet werden muss, bevor der Wechsel ins Home-Office genehmigt wird.

Andersherum kann ein Mitarbeiter nicht wider Willen ins Home-Office verbannt werden. Da die Privatsphäre geschützt ist, verbietet sich eine Zwangs-Versetzung. Mit einer Ausnahme: Wurde das Home-Office arbeitsvertraglich festgeschrieben, ist bei einer Weigerung mit Abmahnung oder Kündigung zu rechnen. (ARAG)


Ein versicherungsrechtlicher Pieks

Deckt die private Unfallversicherung auch Impfschäden? Bedingungswerk prüfen

Gerade im Zuge der Corona Impfungen kocht immer wieder die Frage hoch, ob Impfschäden von der privaten Unfallversicherung gedeckt sind. Im Grundsatz wird dies zu bejahen sein, ist doch schließlich der Pieks mit der Nadel grundsätzlich als ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis im Sinne eines versicherungsrechtlichen Ereignisses einzuordnen. Es besteht daher grundsätzlich die Möglichkeit, Schäden, die durch die Impfung entstehen, über die private Unfallversicherung abgedeckt zu sehen. Aber wie so oft gibt es hier wiederum zahlreiche Ausnahmetatbestände.

Versicherungen haben häufig Ausschlussklauseln in ihrem Bedingungswerk oder nur abschließend aufgezählte Impfungen namentlich benannt versichert.

Dauerhafte körperliche Beeinträchtigung oder Invalidität

Wie so häufig hilft hier nur der Blick ins Bedingungswerk selbst, um konkret zu prüfen, was tatsächlich unter den Versicherungsschutz fällt.

Besteht Versicherungsschutz leistet die Versicherung allerdings auch nur dann, wenn eine dauerhafte körperliche Gesundheitsbeeinträchtigung eintritt und eine Invalidität verbleibt. Vorübergehende Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Schmerzen an der Einstichstelle oder schlichtes Unwohlsein gehören nicht hierzu und lösen auch keine Leistungspflicht aus. (mitgeteilt von Rechtsanwältin und Fachanwältin für Versicherungsrecht Katja Knabel, Neuenweg 9, 35390 Gießen, www.knabel-ra.de)