Die Fahrt mit gutem Gefühl beginnen

Wer sein Auto vor einer langen Reise durchchecken lässt, kann ruhigen Gewissens losfahren

Vor der Urlaubsfahrt sollte das Fahrzeug in der Werkstatt durchgecheckt werden. Foto: iStock.com/Fstop123

16.08.2021

Noch sind in Hessen Sommerferien – und auch in den letzten zwei Wochen wollen viele Menschen aus der heimischen Region noch in den Urlaub fahren und sich etwas Entspannung gönnen. Manche fahren an die Nord- oder Ostsee, andere zieht es ans Mittelmeer. 
    

Der Urlaub ist ja bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Aber nur, wenn das Auto nicht rumzickt und die Reise zum Stresstest werden lässt. Also: Besser vorbeugen und den motorisierten Lastesel vorher in der heimischen Werkstatt vorstellen. Ganz gleich, ob auf dem Weg zum Flughafen oder in den sonnigen Süden: Eine Autopanne ist purer Stress. Damit es gar nicht erst dazu kommt, ist nur ein wenig Vorbeugung nötig – mit dem Urlaubs-Check im Kfz-Meisterbetrieb.

Beim Rundgang ums Auto machen sich die Werkstatt-Profis selbst ein Bild. Was ist defekt? Was muss nachgebessert werden? Auf der Hebebühne ist der Blick frei auf Bremsen, Unterboden, Achsen, Auspuff und Stoßdämpfer.

Wichtig sind Motoröl und Kühlwasser. Stimmen dort die Pegel, fühlt der Motor sich wohl. Überaltertes Öl wird vor dem Langstrecken-Turn erneuert. Die Scheibenwaschanlage bekommt die Sommermischung, und neue Wischblätter sorgen für gute Sicht und damit für Sicherheit.

Pannenursache Nummer 1 ist immer wieder die Batterie. Die kämpft im Sommer mit der Hitze, die im Stau unter der Motorhaube schon mal 100 Grad erreichen kann. Die Werkstatt-Profis prüfen, ob der Stromspeicher fit ist für die Urlaubsreise. Elementar für die Sicherheit: die Reifen. Sie spielen im wahrsten Sinne die tragende Rolle, müssen mit der vollen Zuladung fertigwerden. Deshalb muss der Luftdruck unbedingt der Beladung angepasst werden. Auskunft geben die Bedienungsanleitung sowie meist auch ein Aufkleber am Fahrzeug. Ganz wichtig: Reicht das Profil? 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber im Sommer vor – viel zu wenig, wenn plötzlich ein Gewitterschauer die Autobahn flutet. Vier Millimeter sollten es schon sein, damit genügend Reserven auch für eine längere Reise bleiben.

Viele Werkstätten bieten derzeit noch Urlaubs-Checks an. So kann die Fahrt mit einem guten Gefühl beginnen. Quelle: www.kfzgewerbe.de


Lackpflege im Sommer: waschen, föhnen, polieren

Wer sich regelmäßig um die „Autohaut“ seines Fahrzeugs kümmert, wird mit einer intakten und glänzenden Oberfläche belohnt

Wer sich regelmäßig um die „Autohaut“ seines Fahrzeugs kümmert, wird mit einer intakten und glänzenden Oberfläche belohnt

Leicht hat es der Lack während des Sommers im Kampf gegen Insekten, Baumharz, Vogelkot und heißen Teer nicht. Bei heißen Temperaturen brennt sich die Mischung ruckzuck in die schöne „Autohaut“. Da heißt es, schnell und gründlich waschen, föhnen, wachsen oder polieren. Auch, weil ein glänzender Lack im Straßenverkehr wesentlich eher gesehen wird. Autopflege-Experte Richard Hanauer (Sonax) gibt Tipps.

Vorab: Sind Lacke heute empfindlicher als früher?

Das könnte man meinen angesichts des Schmuddeldrecks auf den modischen dunklen Lacken – trendy, aber unpraktisch. Nein, die modernen Lacke sind insgesamt natürlich besser. In puncto Karosserieschutz hat der mehrschichtige Aufbau der Lacke klare Vorteile. Aber auch hier gibt es Belastungsgrenzen, vor allem wenn aggressiver Schmutz am Lack nagt. Eine Versiegelung der Decklackschicht ist deshalb wichtiger denn je.

Was schadet dem Lack im Sommer am meisten?

Unter der Sonneneinstrahlung werden besonders Vogelkot, Insektenschmutz und Baumharz zu Lack-Killern. Selbst Sonnencreme kann die Lackoberfläche angreifen.

Wie oft sollten Autofahrer in die Waschstraße fahren?

Das ist abhängig von der Verschmutzungsart und -intensität. Bei Alltagsdreck reicht der Waschgang ein- bis zweimal im Monat. Anders sieht es bei Lackangriffen durch Vögel, Insekten & Co. nach ausgiebiger Landpartie oder Felgenschmutz nach langer Autobahnfahrt aus. Dann heißt es: sofort handeln! Sonst drohen in kürzester Zeit Lackschäden. Den Dreck erst mit Spezialmitteln lösen, dann ab in die Waschanlage.

Viele Autofahrer wollen selbst waschen. Wie geht das am besten?

Grober Schmutz verschwindet mit dem Einsatz des Hochdruckreinigers. Danach wird mit mildem Autoshampoo und sauberem Schwamm von oben nach unten gewaschen, ohne dass die Flüssigkeit antrocknet. Abschließend das Auto gründlich abspülen und am besten mit einem Mikrofasertuch trocknen. Tipp: Damit Schmutzpartikel keine Kratzer auf dem Lack hinterlassen, den Schwamm in einem separaten Eimer auswaschen. Noch besser eignet sich zum Reinigen ein Mikrofaser-Waschhandschuh – das Material absorbiert die Partikel.

Auf welche Ecken und Kanten kommt es besonders an?

Knackpunkte sind Fahrzeugfront, Motorhaube, Spiegelabdeckungen, der vordere Dachbereich und die seitlichen Flächen
am Radlauf. Auch in Lüftungsschlitzen und Türpfalzen sammelt sich Dreck, der nach der
Wäsche nicht immer weggeht.

Was tun, wenn der Lack schon angegriffen ist?

Da hilft nach der Reinigung eine Politur, die mehrmals im Jahr aufgetragen werden kann. Keine Bange: Die Klarlackschicht hält das aus. Eine anschließende Lackversiegelung bringt zusätzlich Glanz, frische Farbe und Lackschutz. Entscheidend ist auch hier das richtige Zubehör. Ein spezieller Applikationsschwamm sorgt für gleichmäßigen Auftrag der Pflegemittel. Ebenso effektiv: zwei Mikrofasertücher – das eine zum Beseitigen der Polierreste, das andere für das streifenfreie Abwischen der Versiegelungsrückstände.

Achtung: Wer mit der Poliermaschine arbeitet, sollte behutsam vorgehen, wenn am Ende nicht Hologramme oder bei der Verwendung scharfer Polituren und Polierscheiben ein durchgeschliffener Klarlack zurückbleiben soll.

Was ist mit kleinen Lack-Blessuren?

Steinschläge oder Insektenfraß werden nicht besser, wenn man sie ignoriert. Im Gegenteil: Ist die oberste Lackschicht durch einen tiefen Kratzer oder Parkrempler beschädigt, setzt sich der Schaden schnell nach unten fort. Werkstätten können hier mit Know-how smart reparieren. Quelle: www.kfzgewerbe.de