Zusammen spielen und lernen

Das Kinder- und Familienzentrum „Sophie Scholl“ füllt sich bereits mit Leben

Jede Gruppe hat einen individuellen Gruppenraum inklusive Spielhäuschen aus Naturmaterialien. Foto: NHW/Thomas Rohnke

1.04.2021
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Mit dem neuen Kinder- und Familienzentrum „Sophie Scholl“ auf dem Gelände „Am Alten Flughafen“ sei nicht nur ein Ort für Kinderbetreuung, sondern auch der Begegnung erschaffen worden, so Dietlind Grabe-Bolz, als sie im Februar, gemeinsam mit Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen sowie Vertretern der Nassauischen Heimstätten und der Firma Revikon, die neue Einrichtung der Lebenshilfe eröffnete. „Wenn es einen Ort in Gießen gibt, der zeigt, dass die Stadt familienfreundlich ist, dann ist es dieser“, betonte Gießens Oberbürgermeisterin.

Gerade in der heutigen Zeit habe man mit der Benennung des Zentrums nach der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus Sophie Scholl ein deutliches Zeichen gesetzt. Dieser Ort trage ihren Namen mit Würde. Darüber hinaus lobte Dietlind Grabe-Bolz, dass durch zum Teil barrierefreie Wohnungen in den beiden Obergeschossen des Gebäudes inklusives Wohnen möglich gemacht worden sei.

„Herzlich willkommen“: Sowohl von außen als auch von innen ist das neue Kinder- und Familienzentrum „Sophie Scholl“ freundlich und einladend gestaltet. Es befindet sich auf dem neu erschlossenen Gelände „Am Alten Flughafen“ und bietet Halb- und Ganztagsbetreuung mit zusätzlichen Fördermöglichkeiten. Fotos: Revikon/Alisha Weitze (l.), NHW/ Thomas Rohnke (m.,r.)
„Herzlich willkommen“: Sowohl von außen als auch von innen ist das neue Kinder- und Familienzentrum „Sophie Scholl“ freundlich und einladend gestaltet. Es befindet sich auf dem neu erschlossenen Gelände „Am Alten Flughafen“ und bietet Halb- und Ganztagsbetreuung mit zusätzlichen Fördermöglichkeiten. Fotos: Revikon/Alisha Weitze (l.), NHW/ Thomas Rohnke (m.,r.)

„Das Haus beginnt zu leben“, freute sich auch Dirk Oßwald, erkundeten doch die ersten Kinder bereits die Räumlichkeiten und ausgedehnten Spielmöglichkeiten. Der Vorstand der Lebenshilfe bedankte sich bei allen Beteiligten für die konstruktive Arbeit an dem zweiten Familienzentrum der Lebenshilfe in Gießen. Insgesamt unterhalte man zwölf Einrichtungen in sieben Kommunen.

Nach der Fertigstellung durch die Firma Revikon sei das Gebäude in das Eigentum der Nassauischen Heimstätten übergegangen. Die Lebenshilfe habe das komplette Haus als Ankermieter übernommen. Mittlerweile sei man schon „ein kleiner Experte, was die Errichtung von Kindergärten betrifft“, betonte Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Revikon GmbH und ergänzte: „Wir arbeiten seit Jahren in vielen Bereichen mit der Lebenshilfe Gießen zusammen. Die gemeinsamen Abstimmungen hinsichtlich des Kindergartens und dessen Ausstattung waren für uns eine neue und spannende Herausforderung. Die Zusammenarbeit hat uns viel Spaß gemacht.“ Dass bis zum Sommer 2021 vier weitere Wohngebäude mit insgesamt 140 Mietwohnungen, von denen 38 öffentlich gefördert sind, „Am Alten Flughafen“ entstehen sollen, erklärte im Anschluss an die offizielle Eröffnung Jürgen Bluhm, Leiter Regionalcenter Kassel der Nassauischen Heimstätten.

„Ein Team mit tollen Ideen“

Bereits seit Oktober ist die Leiterin des Kinder- und Familienzentrums, Sarah-Jane Taylor, schon vor Ort im Einsatz. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Stellvertreterin Annette Demandt sowie zwölf pädagogischen Fachkräften und einer Bürokraft.

„Es war eine freudige Aufregung“, berichtet die 29-Jährige, die bereits seit zehn Jahren für die Lebenshilfe Gießen tätig ist, von der Zeit kurz vor der Eröffnung. „Wir sind ein Team mit tollen Ideen.“

Das Kinder- und Familienzentrum biete mit zwei Kindergartengruppen für das Alter von drei bis sechs Jahren und zwei Krabbelgruppen für Ein- bis Dreijährige die Möglichkeit, zusammen zu spielen und zu lernen. Eine Betreuung sei halb- oder ganztags möglich.

Bis zu zehn Integrationsplätze

Die ersten Kinder sind bereits da. Foto: Revikon/Alisha Weitze
Die ersten Kinder sind bereits da. Foto: Revikon/Alisha Weitze

Bis zu zehn Integrationsplätze ständen für Kinder mit (drohender) Behinderung zur Verfügung. Eine therapeutische Förderung erfolge im Bereich Logopädie und Ergotherapie. Darüber hinaus bestehe ein gut funktionierendes Netzwerk mit unterschiedlichen Therapeuten, wie beispielsweise Frühförderstellen oder Physiotherapeuten.

Jede Gruppe habe einen individuellen Gruppenraum, der mit jeweils einem Spielhäuschen aus Naturmaterialien ausgestattet sei. Außerdem verfügten die Krippengruppen über einen eigenen Sanitär- und Schlafraum. Im großzügig gestalteten Flurbereich seien neben einem Elterncafé weitere Spielmöglichkeiten für die Kleinen zu finden. Die Außengestaltung sei noch in Arbeit, doch schon jetzt können die Kinder – auch dank der frühlingshaften Temperaturen – im Sand spielen und toben, die liebevoll und farbenfroh gestalteten Schaukel- und Klettergeräte nutzen und sich das erhöhte Kletterhäuschen „erobern“. (paz/pka)