Mit dem Check fahren die Sorgen weg

Einen Termin in der Werkstatt zu vereinbaren hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden

Von wegen wartungsfrei: Ein Frühjahrscheck ist auch bei Elektro-Autos wichtig. Foto: ProMotor/T. Volz

9.04.2021

Zugegeben, eine Eiszeit hat uns der Winter nicht beschert. Dennoch mussten die Autos bei Wind und Wetter so einiges aushalten.

„Blinde Scheinwerfer, poröse Wischerblätter, zugesetzte Pollenfilter, Steinschläge in der Windschutzscheibe oder im Lack – so klappt der Saisonstart mit Sicherheit nicht“, warnt Gerald Gandenberger, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Darmstadt.

Höchste Zeit für den Frühjahrscheck in der Werkstatt. Doch wer prüft was? Und welche Besonderheiten sollten E-Mobilisten beachten?

Entrümpeln: Viel Last, die sich da im Auto angesammelt hat: Frostschutzmittel, Schneeketten, Decken, Handfeger. Der Winterballast schluckt unnötig Kraftstoff und kommt ins Sommerquartier. Auch Dachboxen und Skiträger haben jetzt Pause.

Trocknen: Ist das Auto entrümpelt, muss die Nässe raus. Fußmatten aus dem Auto nehmen und Teppichböden mit Lüfter oder Zeitungspapier trockenlegen. Nicht vergessen: Alle Lüftungsschlitze im Motor- und Kofferraum müssen frei sein.

Waschen: Vor der Wäsche kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Bitte mit Vorsicht und Abstand arbeiten – Alufelgen und Lack sind empfindlich. Die Radkästen vertragen mehr Power. Gebucht wird das volle Programm: Vor-, Haupt- und Unterbodenwäsche, Lackkonservierung und Unterbodenversiegelung. Die Motorwäsche ist später Sache der Werkstatt.

Putzen: Außen hui, innen pfui? Nicht bei wachsamen Fahrern. Die krempeln die Ärmel hoch und arbeiten sich durchs Auto: Cockpit entstauben, Teppiche und Polster saugen, Scheiben mit Glasreiniger und Küchenrolle innen und außen putzen. Jetzt noch alle Mängel an Lack, Glas, Leuchten und Scheibenwischern notieren und ab damit zum Technik-Check in die Werkstatt.

Auch Schäden an Lack und Unterboden prüfen lassen

Prüfen: Beim Rundgang ums Auto machen sich die Profis selbst ein Bild. Was ist defekt? Was muss nachgebessert werden? Auf der Hebebühne ist der Blick frei auf Bremsen, Unterboden, Achsen, Auspuff und Stoßdämpfer. Gute Gelegenheit auch, Schäden am Unterboden zu beheben.

Wechseln: Die Profis tauschen Winter- gegen Sommerreifen. Sie achten auf Schäden, Alter und ausreichend Profil und wuchten die Pneus vor der Montage aus. Schlussendlich wird ihnen die notwendige Dosis Luft verabreicht.

Klima ist das Thema des Sommers. Funktioniert die Klimaanlage? Hat sie eventuell ein Leck? Alle zwei Jahre empfiehlt die Werkstatt eine Wartung. Und auch wenn es im Auto nicht müffelt: Pollen- oder Aktivkohlefilter sollten besonders bei Allergikern im Auto jährlich ausgetauscht werden. Die kleinen Plagegeister fliegen mittlerweile das ganze Jahr.

Auffüllen: Motoröl, Kühl- und Bremsflüssigkeit werden aufgefüllt. In die Scheibenwaschanlage kommt jetzt der Sommerreiniger im Kampf gegen Insekten, Baumharz & Co.

Elektro-Fahrzeuge sind im Vergleich zu Benzinern und Dieseln weniger wartungsintensiv. Keine Abgasanlage, keine Zündkerzen, kein Ölfilter, keine Keil- und Zahnriemen, kein Kühler, weniger Verschleißteile und Betriebsstoffe.

Durch Batteriecheck frühzeitiges Aus vorbeugen

Geruhsam zurücklehnen können sich E-Mobilisten deshalb nicht. Auch Stromer brauchen intakte Leuchten und Klimaanlagen, funktionierende Bremsen und Wischer, Lack- und Unterbodenpflege, glasklare Scheiben und rollsichere Reifen.

Die kleinen, feinen Unterschiede: Obwohl das Herzstück der

Elektroautos, die Batterie, wartungsfrei ist, kann die Werkstatt detailliert Auskunft über den allgemeinen und den Ladezustand geben, einem frühzeitigen Aus somit vorbeugen.

Große Aufmerksamkeit gilt auch den Reifen. Aufgrund des höheren Gewichtes der Fahrzeuge und des damit einhergehenden größeren Rollwiderstandes verschleißen sie schneller als die Pneus von Benzin- und Diesel-Autos.

Neben dem kritischen Check benötigen sie deshalb auch mehr Luftdruck – je nach Fahrzeugtyp in der Regel 0,5 bar.

Quelle: www.kfzgewerbe.de 


Beim Unfall nicht auf seine Rechte verzichten

Werkstatt und Sachverständiger können bei Haftpflichtschaden selbst gewählt werden

Ruck Zuck ist es passiert – durch eine kleine Unachtsamkeit kann es ganz schnell zu einem Unfall kommen. Gerade jetzt, wo in den Morgenstunden noch teilweise der Nebel über die Landstraßen wabert, querendes Wild eventuell für gefährliche Ausweichmanöver sorgt, die Sonne wieder mehr scheint und spontan blendet oder der Klassiker rechts vor links mal eben nicht beachtet wird. Schnell kommt es, wenn man Pech hat, zum Crash – ganz egal, ob man auch noch so umsichtig und vorsichtig fährt.

Wichtig ist dann auch zu wissen, dass der Geschädigte sein Fahrzeug in einer selbst ausgewählten Werkstatt reparieren lassen darf. Versicherungen haben kein Recht, eine andere Werkstatt vorzuschreiben. Wer einen das ganze Jahr über im Service gut berät und bedient, wird das auch im Falle eines Unfalls tun. Die vertraute und bekannte heimische Werkstatt garantiert eine technisch einwandfreie Reparatur und damit die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs.

Weiterhin kann man bei einem unabhängigen Sachverständigen ein Gutachten in Auftrag geben, Es steht grundsätzlich frei, einen Sachverständigen eigener Wahl zur Beweissicherung und zur Feststellung von Schadensumfang, Schadenshöhe, Wertminderung, Restwert, Wiederbeschaffungswert und voraussichtlicher Reparaturdauer zu beauftragen.

Die Kosten für das Gutachten hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen, es sei denn, es handelt sich (nur) um einen Bagatellschaden (unter ca. 770 Euro). Bei einem Bagatellschaden reicht in der Regel als Schadensnachweis eine Reparaturkalkulation Ihrer Fachwerkstatt aus.

Das erstellte Gutachten kann auch als Grundlage der Abrechnung mit der Versicherung herangezogen werden, wenn man etwa sein Fahrzeug nicht reparieren lassen will, sondern stattdessen mit dem von der Versicherung ausgezahlten Geld ein anderes Fahrzeug erwerben möchte.

Wenn Sie keinen Sachverständigen kennen, kann Ihnen Ihre Werkstatt bei der Auswahl behilflich sein.

Quelle: www.kfzgewerbe.de