Mit dem Check fahren die Sorgen weg

Einen Termin in der Werkstatt zu vereinbaren hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden

Von wegen wartungsfrei: Ein Frühjahrscheck ist auch bei Elektro-Autos wichtig. Foto: ProMotor/T. Volz

12.04.2021

Zugegeben, eine Eiszeit hat uns der Winter nicht beschert. Dennoch mussten die Autos bei Wind und Wetter so einiges aushalten.

„Blinde Scheinwerfer, poröse Wischerblätter, zugesetzte Pollenfilter, Steinschläge in der Windschutzscheibe oder im Lack – so klappt der Saisonstart mit Sicherheit nicht“, warnt Gerald Gandenberger, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Darmstadt.

Höchste Zeit für den Frühjahrscheck in der Werkstatt. Doch wer prüft was? Und welche Besonderheiten sollten E-Mobilisten beachten?

Entrümpeln: Viel Last, die sich da im Auto angesammelt hat: Frostschutzmittel, Schneeketten, Decken, Handfeger. Der Winterballast schluckt unnötig Kraftstoff und kommt ins Sommerquartier. Auch Dachboxen und Skiträger haben jetzt Pause.

Trocknen: Ist das Auto entrümpelt, muss die Nässe raus. Fußmatten aus dem Auto nehmen und Teppichböden mit Lüfter oder Zeitungspapier trockenlegen. Nicht vergessen: Alle Lüftungsschlitze im Motor- und Kofferraum müssen frei sein.

Waschen: Vor der Wäsche kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Bitte mit Vorsicht und Abstand arbeiten – Alufelgen und Lack sind empfindlich. Die Radkästen vertragen mehr Power. Gebucht wird das volle Programm: Vor-, Haupt- und Unterbodenwäsche, Lackkonservierung und Unterbodenversiegelung. Die Motorwäsche ist später Sache der Werkstatt.

Putzen: Außen hui, innen pfui? Nicht bei wachsamen Fahrern. Die krempeln die Ärmel hoch und arbeiten sich durchs Auto: Cockpit entstauben, Teppiche und Polster saugen, Scheiben mit Glasreiniger und Küchenrolle innen und außen putzen. Jetzt noch alle Mängel an Lack, Glas, Leuchten und Scheibenwischern notieren und ab damit zum Technik-Check in die Werkstatt.

Auch Schäden an Lack und Unterboden prüfen lassen

Prüfen: Beim Rundgang ums Auto machen sich die Profis selbst ein Bild. Was ist defekt? Was muss nachgebessert werden? Auf der Hebebühne ist der Blick frei auf Bremsen, Unterboden, Achsen, Auspuff und Stoßdämpfer. Gute Gelegenheit auch, Schäden am Unterboden zu beheben.

Wechseln: Die Profis tauschen Winter- gegen Sommerreifen. Sie achten auf Schäden, Alter und ausreichend Profil und wuchten die Pneus vor der Montage aus. Schlussendlich wird ihnen die notwendige Dosis Luft verabreicht.

Klima ist das Thema des Sommers. Funktioniert die Klimaanlage? Hat sie eventuell ein Leck? Alle zwei Jahre empfiehlt die Werkstatt eine Wartung. Und auch wenn es im Auto nicht müffelt: Pollen- oder Aktivkohlefilter sollten besonders bei Allergikern im Auto jährlich ausgetauscht werden. Die kleinen Plagegeister fliegen mittlerweile das ganze Jahr.

Auffüllen: Motoröl, Kühl- und Bremsflüssigkeit werden aufgefüllt. In die Scheibenwaschanlage kommt jetzt der Sommerreiniger im Kampf gegen Insekten, Baumharz & Co.

Elektro-Fahrzeuge sind im Vergleich zu Benzinern und Dieseln weniger wartungsintensiv. Keine Abgasanlage, keine Zündkerzen, kein Ölfilter, keine Keil- und Zahnriemen, kein Kühler, weniger Verschleißteile und Betriebsstoffe.

Geruhsam zurücklehnen können sich E-Mobilisten deshalb nicht. Auch Stromer brauchen intakte Leuchten und Klimaanlagen, funktionierende Bremsen und Wischer, Lack- und Unterbodenpflege, glasklare Scheiben und rollsichere Reifen.

Die kleinen, feinen Unterschiede: Obwohl das Herzstück der Elektroautos, die Batterie, wartungsfrei ist, kann die Werkstatt detailliert Auskunft über den allgemeinen und den Ladezustand geben, einem frühzeitigen Aus somit vorbeugen.

Große Aufmerksamkeit gilt auch den Reifen. Aufgrund des höheren Gewichtes der Fahrzeuge und des damit einhergehenden größeren Rollwiderstandes verschleißen sie schneller als die Pneus von Benzin- und Diesel-Autos.

Neben dem kritischen Check benötigen sie deshalb auch mehr Luftdruck – je nach Fahrzeugtyp in der Regel 0,5 bar. Quelle: www.kfzgewerbe.de


Auf Sommerreifen mit gutem Gewissen unterwegs sein

Fast jeder dritte Autofahrer lässt laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) beim Reifenwechsel Profis ans Werk

Ihre Zeit ist jetzt gekommen: Trotz des Kälteeinbruchs in den vergangenen Tagen lösen nun Sommerreifen die Winterspezialisten ab. Das gilt, neben Bussen und LKW, ganz besonders für das Auto.

Mit ihrem eigenen Profil und der besonderen Materialmischung bremsen und kurven sie in der warmen Jahreszeit auf trockener wie auf nasser Straße deutlich besser als Winterreifen.

Auch gegenüber Ganzjahresreifen haben sie in Reifentests regelmäßig die Nase vorn. Fast jeder dritte Autofahrer lässt laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) beim schweißtreibenden Reifenwechsel Profis ans Werk. Dafür gibt es gute Gründe.

Lagerung: In Werkstätten oder beim Reifenhändler überwintern die Reifen kühl, sauber, trocken und dunkel. Reifen ohne Felgen lagern hochkant stehend, Kompletträder liegend übereinander. Möglich sind auch Wandhalterungen und Felgenbäume. Weil die Reifen vor der Winterpause gekennzeichnet wurden, kann bei der Montage nichts verwechselt werden.

Schäden: Mit Erfahrung finden die Werkstatt-Mitarbeiter Risse, Beulen, Nägel, Bordsteinschleifer. Das ist wichtig, denn wer einmal mit einem Reifenplatzer liegengeblieben ist, kennt das gefährliche Dilemma.

Alter: Nach maximal 10 Jahren ist für jeden Reifen mal Schluss. Er ist abgerieben, porös, meist beschädigt. Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke gibt Auskunft über das Alter (1418 = 14. Woche 2018). Profil: Verkehrsexperten empfehlen mindestens 3 Millimeter Profiltiefe, auch wenn der Gesetzgeber 1,6 Millimeter vorschreibt. Nur dann ist eine optimale Straßenhaftung bei jedem Wetter und Tempo gegeben. Wer mit abgefahrenen Reifen unterwegs ist, riskiert Bußgeld und Punkte.

Auswuchten: Beim Fahren oder während der Einlagerung können sich Unwuchten bilden. Die Verformungen des Reifens machen sich besonders bei hohem Tempo durch Vibrationen, Geräusche oder ein flatterndes Lenkrad bemerkbar. Fahrkomfort und -sicherheit sinken, die Reifen verschleißen. Spätestens in diesem Fall wuchtet die Werkstatt die Räder vor der Montage mit ihrem speziellen Equipment aus.

Luftdruck: Hand aufs Herz: Wie oft messen Autofahrer den Luftdruck? Viele kennen den richtigen noch nicht einmal. Dabei ist er der Sicherheitsfaktor überhaupt. Wer mit zu wenig Druck fährt, riskiert einen längeren Bremsweg, Aquaplaning-Unfälle, erhöhten Reifenverschleiß und verbraucht mehr Kraftstoff. Die Werte stehen in der Tankklappe, am Türholm und in der Bedienungsanleitung.

Die Werkstatt-Meister bringen Auto und Fahrer mit dem richtigen Luftdruck in die sichere Spur und erklären auch die Reifendruckkontrollsysteme (RDKS). Fahrzeuge mit einem direkten System lernen sich nach Reifenwechsel und - druckkorrektur selbst an. Bei Autos, die mit einem indirekten System rollen, wird nach der Montage ein Reset fällig.

E-Autos erhalten übrigens aufgrund ihres höheren Fahrzeuggewichtes und des damit verbundenen höheren Rollwiderstandes eine zusätzliche Portion Luft – je nach Fahrzeugtyp rund 0,5 bar mehr.

Beratung: Die Reifen sind beschädigt, alt oder haben zu wenig Profil? Ein klarer Fall für neue Pneus. Erste Anhaltspunkte für die Wahl liefern Testberichte von Automobilklubs, Fachzeitschriften und Verbraucherorganisationen.

Die Werkstatt hilft schlussendlich bei der Entscheidung, welche dieser Reifen zu den Bedürfnissen der Autofahrer passen.

Sie erledigen Kauf, Montage und geben auch sonst viele Tipps. Beispielsweise den, sich nicht allein auf das RDKS zu verlassen.

Die regelmäßige Luftdruckprüfung vor jeder großen Fahrt, am besten 14-tägig, schafft Sicherheit.

Wenig Mühe, große Wirkung. Quelle: www.kfzgewerbe.de