Niemals das Kind oder den Hund im Auto lassen

In der Sonne entstehen schnell tödliche Temperaturen / Lediglich die Fenster einen Spalt öffnen, reicht nicht aus

Den Hund im Sommer im Auto lassen kann tödlich enden. Gleiches gilt natürlich auch für kleine Kinder. Foto: adobe.stock

21.06.2021

Wenn im Sommer die Sonne das Auto aufheizt, kann das schnell gefährlich werden. Autofahrer oder -fahrerinnen werden unkonzentriert, das Unfallrisiko steigt. Tiere oder sogar Kinder in einem in der Sonne geparkten Auto zurückzulassen, kann innerhalb relativ kurzer Zeit lebensgefährlich werden. Immer wieder wird von solchen Unglücksfällen berichtet. Was kann man tun, um die Gefahr zu verringern?

Im Fahrzeug kann es bis zu 50 Grad heiß werden

Oft glauben Autofahrer, sie hätten ja Sicherheitsvorkehrungen getroffen, zum Beispiel die Fenster einen Spalt geöffnet. Sie verlassen sich auf die helle Lackierung des Fahrzeugs oder getönte Scheiben. Dabei machen alle diese scheinbaren Abhilfen tatsächlich relativ wenig Unterschied, wie eine Untersuchung des ADAC ergeben hat. Leicht geöffnete Fenster senken die Temperatur im Innenraum kaum. Blieben die Fenster eines in der Sonne geparkten Fahrzeugs geschlossen, wurden nach zehn Minuten 38 Grad und nach 20 Minuten 45 Grad gemessen. Waren zwei Fenster leicht geöffnet, erreichten die Werte nach zehn und 20 Minuten immerhin noch 36 und 42 Grad. Nach einer Stunde in der prallen Sonne kletterte die Temperaturanzeige jeweils deutlich über die 50-Grad-Marke.

Heiße Sache: Die Temperatur im Auto steigt in der Sonne schnell an. Foto: ADAC/mid/ak
Heiße Sache: Die Temperatur im Auto steigt in der Sonne schnell an. Foto: ADAC/mid/ak

Die Farbe des Lacks macht keinen Unterschied

Daher sollten Autofahrer und -fahrerinnen niemals Kinder oder Tiere im Sommer im Fahrzeug zurücklassen. Unerheblich ist es dabei, ob es sich um ein weißes oder schwarzes Fahrzeug handelt: Die Lackfarbe hat entgegen landläufigen Annahmen keinerlei Einfluss auf die Hitzeentwicklung.

Folien an den Fenstern können etwas schützen

Einen kleinen Effekt haben immerhin Wärmeschutzverglasung oder getönte Scheiben. Denn den größten Anteil bei der Hitzeentwicklung im Auto haben die Fensterflächen. Deren Größe, der Einstrahlwinkel der Sonne sowie die Farbe des Innenraums beeinflussen die Aufheizung stark. Auch Folien an den Fenstern schützen, indem sie das Sonnenlicht reflektieren. Aber das reicht nicht aus, um Kind oder Tier im Sommer alleine im Auto zurücklassen zu können. Man ist hinter den Autoscheiben auch während der Fahrt nur teilweise vor UV-Strahlung geschützt. Die Frontscheibe schützt zwar weitestgehend vor UV-A- und UV-B-Strahlung , die Seitenscheiben aber nicht. Sie lassen die UV-A-Strahlung passieren, die eine vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs verursachen kann. Wenn man zu einem aufgeheizten Fahrzeug zurückkommt, sollte man die Türen und Schiebedach öffnen und gut durchlüften. Zu Fahrtbeginn sollte die Lüftung auf die höchste Stufe gestellt werden. Wenn die Klimaanlage anfängt zu wirken, sollten Fenster und Schiebedach geschlossen werden. Beim Parken legt man am besten eine Sonnenschutzmatte auf die Windschutzscheibe. (mid/ak).