Private Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Wann habe ich Anspruch auf die Versicherungsleistung?

Nicht nur ein Verkehrsunfall, auch Sport kann dauerhafte Gesundheitsschädigungen hervorrufen. Foto: shauking/Pixabay

22.04.2021

Die private Unfallversicherung: Viele glauben, sie greift nur dann, wenn sie etwa bei einem Verkehrsunfall so verletzt werden, dass sie lebenslang beeinträchtigt sind wie zum Beispiel durch Amputationen. Dem ist allerdings nicht so.

Die Versicherung hat zu regulieren, wenn durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine dauerhafte Gesundheitsschädigung eintritt oder aber die Gesundheitsschädigung durch eine erhöhte Kraftanstrengung erfolgt, so beispielsweise auch beim Sport, wie beim kämpferischen Einsatz beim Fußball, bei ruckartigen Bewegungsänderungen beim Handball oder gegebenenfalls sogar auch beim Tragen eines schweren Weihnachtsbaumes. Mitversichert ist in der Regel auch, wenn durch einen versicherten Unfall Infektionserreger in den Körper gelangen. Jüngere Verträge beinhalten häufig eine Mitversicherung von bestimmten Infektionskrankheiten.

Für die Dauerhaftigkeit reicht es aus, wenn die Einschränkung voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und eine Änderung dieses Zustandes nicht zu erwarten ist. Bleiben daher Einschränkungen, die voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen bleiben werden, muss die Unfallversicherung zahlen. Achtung! Es sind Fristen einzuhalten.

Ähnlich verhält es sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, die häufig als Zusatzversicherung in Lebensversicherungsverträgen abgeschlossen wird. Hier muss ein Zustand erreicht sein, dessen Besserung nicht innerhalb der nächsten drei Jahre zu erwarten ist und der die Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit meist zu mehr als 50 Prozent nicht mehr gestattet.

Lehnt die Versicherung Zahlungen ab, ist es daher ratsam, dies anwaltlich überprüfen zu lassen.

(Mitgeteilt von Rechtsanwältin und Fachanwältin für Versicherungsrecht sowie auch Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht Katja Knabel.)