Mit viel Herzblut und Enthusiasmus

Sportvereinigung Selzen nicht nur für das Jahr eins nach der Pandemie gut gerüstet / Auch Weiher feiert Jubiläum

Der Angelweiher der SpVgg Selzen ist ein wahrer Platz zum Zurückziehen und Entspannen. Foto: SpVgg Selzen

20.05.2021

1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, ordnet sich die Welt von Grund auf neu. In diesem Jahr wurden aber nicht nur das Land Rheinland-Pfalz geschaffen, die Urteile im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher verkündet und der neuerbaute Flughafen Heathrow in der Nähe von London eröffnet, sondern hatten auch einige Sportbegeisterte aus Selzen die Idee, einen Fußballverein zu gründen. Das war die Geburtsstunde der SpVgg Selzen, die in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum feiert.
   

Die ersten sportlichen Schritte unternahmen die wackeren Fußballer auf dem Gelände hinter der Turnhalle, wo auch bis 1965 mit zwei aktiven Mannschaften gespielt wurde. Und zwar damals schon in den Vereinsfarben Gelb und Schwarz. Und auch Jugendmannschaften nahmen bereits am Spielbetrieb teil. Im Zuge der Flurbereinigung konnte der Verein ein mehr als 16000 Quadratmeter großes Areal für den Bau eines neuen Sportplatzes kaufen. Umkleidemöglichkeiten für die Spieler gab es in einer Holzhütte.

Die Grundsteinlegung für das Vereinsheim fand im Jahr 1972 statt, ein Jahr später folgte die Einweihung. Damit war die Sportvereinigung Selzen der erste Verein im Umkreis mit einem eigenen Vereinsheim. Im gleichen Jahr wurde auch eine Flutlichtanlage angeschafft. Als Kosten für Vereinsheim und die Platzbeleuchtung mussten rund 100000 Mark aufgebracht werden.

Auch in den Folgejahren standen immer wieder Maßnahmen an. So erhielt zum Beispiel das Vereinsheim Anbauten, die Platzanlage wurde 1979/80 mit einem Hartplatz erneuert und im Jahr 1991 eine neue Flutlichtanlage installiert. 1989 wurde eine Angelabteilung gegründet und im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums im Jahr 1996 der benachbarte Angelweiher eingeweiht, so dass man in diesem Jahr auch das 25-Jährige des schön gelegenen Weihers begehen kann.

Seit 2013 wird auf einem eigenen Rasenplatz gekickt. Ermöglicht wurde die Umsetzung dieses Großprojektes durch Eigenmittel, Zuschüsse von Gemeinde und Verbandsgemeinde sowie der Ehrenamtsförderung und Spenden. Parallel dazu wurde das Kleinspielfeld zu einem Tennenplatz umgebaut. Die Gesamtkosten betrugen rund 290000 Euro und haben sich ausgezahlt, denn die Neugestaltung des Vereinsheims durch größere Umbaumaßnahmen und eine energetische Sanierung haben das Gesamtbild des vereinseigenen Geländes positiv verändert. Die festliche Einweihung fand im Mai 2013 statt. In dieser Zeit konnte die Sportvereinigung auch ihre größten sportlichen Erfolge feiern: In der Saison 2011/12 den Kreispokalsieg und in der Spielzeit 2012/13 die Kreisklassen-Meisterschaft mit dem Aufstieg in die Kreisliga. Aktuell spielt die 1. Mannschaft in der B-Klasse Mainz-Bingen Ost, die 2. Mannschaft in der C-Klasse Mainz-Bingen Ost.
       

Die Grundsteinlegung für das Vereinsheim fand im Jahr 1972 statt, ein Jahr später folgte die Einweihung. Foto: SpVgg Selzen
Die Grundsteinlegung für das Vereinsheim fand im Jahr 1972 statt, ein Jahr später folgte die Einweihung. Foto: SpVgg Selzen

Ab dem Jahr 2016 erfolgten erneut Umbaumaßnahmen am Sportheim, wie zum Beispiel die Erweiterung der Küche oder die Vergrößerung der Kabinen. „All das konnte in den zurückliegenden Jahren nur durch die großartige, ehrenamtliche Unterstützung von Mitgliedern, vielen Freiwilligen aus der Ortsgemeinde Selzen und natürlich der Sponsoren geleistet werden“, ist der Vorsitzende Herbert Fichtelberger noch ganz überwältigt von dem Zusammenhalt im Verein und im Ort.

Auf einem guten Weg

Die SpVgg Selzen ist also auf einem guten Weg, wurde aber wie viele andere Vereine auch, durch die Pandemie ausgebremst. So sind zum Beispiel mit den ausgefallenen Veranstaltungen sämtliche Einnahmen weggebrochen, die ein wichtiges finanzielles Standbein für den Verein sind.

Damit auch die nachfolgenden Generationen in 25 Jahren das 100-jährige Bestehen der Sportvereinigung feiern können, wurde in Selzen ein nachhaltiges Jugendkonzept auf den Weg gebracht. „Trotz Pandemie blicken wir optimistisch in die Zukunft und wollen allen fußballbegeisterten Kindern, Jungen wie Mädchen, und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, bei uns spielen zu können“, berichtet Dennis Drippe, der gemeinsam mit einem kleinen Team das neue Jugendkonzept erarbeitet hat. Das Konzept sieht die Traineraus- und -weiterbildung als einen elementaren Baustein vor. Dieser wichtige Bestandteil wurde durch Corona nur leicht ausgebremst, Online-Lehrgänge machten es möglich, dass die Jugendspielgemeinschaft schon bald fünf lizensierte Trainer in ihren Reihen hat, übrigens alles Eigengewächse. Für die nach den Sommerferien beginnende neue Saison soll der Jugendspielbetrieb dann mit insgesamt 13 Coaches starten, die sich um die fünf Nachwuchsmannschaften kümmern. Selbstverständlich wird der Spaß am Fußball für die jungen Kicker bei allem Ehrgeiz großgeschrieben.

Die neben dem Training und der Betreuung weiteren vielfältigen Aufgaben verteilen sich innerhalb des Jugendteams auf zahlreichen Schultern. Ein Beweis für breites Engagement im Jugendbereich und ein funktionierendes Miteinander im Verein. Dieser gut funktionierende Unterbau soll zukünftig die Basis für zwei Aktiven-Mannschaften und eine AH stellen.“, sagt Drippe, der als mittelfristiges Ziel angibt, in den nächsten fünf bis sechs Jahren in allen Jugenden mit mindestens einer Mannschaft vertreten sein zu wollen. Derzeit gehen bei der Spielvereinigung G-, F-, E- und D-Junioren in einer Spielgemeinschaft mit dem SC Hahnheim auf Torejagd. Ab der kommenden Spielzeit nach den Sommerferien kommen noch die C-Junioren hinzu. – Und so ist die Sportvereinigung dann zumindest schon einmal für das Jahr eins nach der Pandemie gut gerüstet. yyur