Viren raus, Frischluft rein

Kontrollierte Möglichkeiten der Wohnungslüftung gibt es auch zum Nachrüsten im Bestand

Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt für regelmäßigen Luftaustausch im Eigenheim und reduziert sowohl Schadstoffe als auch Keime in der Raumluft. Foto: Stiebel Eltron/txn

17.01.2022

Jederzeit frische Luft, ohne ständig die Fenster öffnen zu müssen: Eine kontrollierte Wohnungslüftung sorgt für ein gesünderes Wohnumfeld, denn Straßenlärm, Staub und Pollen werden ausgesperrt, frische Luft kommt aber ins Haus. Das fördert auch die Gesundheit, denn je höher die sogenannte Luftwechselrate, desto weniger Viren und Schadstoffe befinden sich in der Raumluft.

Viele glauben, dass Lüftungsanlagen nur etwas für Neubauten sind, doch auch im Bestand gibt es clevere Lösungen, die leicht zu installieren sind und den Luftwechsel jederzeit zuverlässig sicherstellen.

Je nach Gebäudetyp: Zentral, dezentral oder integral

Dezentrale Lüftungssysteme etwa werden einfach in der Außenwand montiert. Die Geräte arbeiten paarweise wechselseitig: Jeweils ein Gerät saugt die verbrauchte Luft ab, während das andere für den Frischluft-Nachschub sorgt.

Die integrierten Wärmeübertrager gewinnen einen Großteil der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie und die Luftfeuchte zurück. Kein Wunder also, dass auch viele Restaurants und Gaststätten die ebenso einfache wie effektive Lösung nutzen, um die Luftwechsel-Rate verlässlich zu erhöhen.

In Neubauten hingegen kommen in der Regel zentrale Lüftungsanlagen für eine komplette Wohneinheit zum Einsatz. Deren hocheffiziente Ventilatoren arbeiten flüsterleise und sorgen für einen gleichmäßigen, ausgeglichenen Luftstrom ohne Zuglufterscheinungen. Die Anlagen können bis zu 93 Prozent der Wärmeenergie aus der Abluft zurückgewinnen. Speziell für Einfamilienhäuser wurden sogenannte Integralgeräte entwickelt, die eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für das Heizen und zur Warmwasserbereitung mit einer Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung kombinieren. Auch die Kopplung mit Solarthermie und Photovoltaik ist möglich. Auf Wunsch können die Geräte im Sommer sogar zum Kühlen des Gebäudes genutzt werden. (txn)

RICHTIG LÜFTEN  


Der regelmäßige Luftaustausch in Wohnräumen ist wichtig, denn so lassen sich Feuchtigkeit, Gerüche und verbrauchte Atemluft entfernen. Wird zu wenig gelüftet, steigt die Luftfeuchtigkeit. Experten empfehlen, die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen nicht dauerhaft über 60 Prozent steigen zu lassen, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Was viele nicht wissen: An kalten Tagen enthält die Außenluft weniger Feuchtigkeit als die Raumluft, sogar bei Regen oder Nebel. Deshalb sollte auch bei schlechtem Wetter gelüftet werden.

Dies geschieht am besten durch Querlüftung, indem die Fenster gegenüberliegender Räume gleichzeitig geöffnet werden und die Heizung in dieser Zeit heruntergedreht wird. Bei Stoßlüftung wird die Luft schneller ausgetauscht als bei gekippten Fenstern. (txn)