Vorsicht: Wildwechsel auf Landstraßen

Im Mai überqueren viele Rehe und Wildschweine in den Abend- und Morgenstunden die Straßen

Reh, Wildschwein & Co. kommen im Frühling vorzugsweise in den Abend- und frühen Morgenstunden aus den Wäldern. Foto: A.C.Hykoe/Fotolia.com

7.05.2021

Frühjahrszeit ist Blütezeit. Auf Wiesen und Feldern sprießt frisches Grün. Ein gefundenes Fressen für Reh, Wildschwein & Co., die jetzt im Mai vorzugsweise in den Abend- und frühen Morgenstunden aus den Wäldern kommen. Gut und schön, wäre da nicht der Berufsverkehr. Das kann gefährlich werden.

Rund 295.000 Wildunfälle registrierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2019. Das ist ein Plus von fast zehn Prozent zum Vorjahr und bis dato Rekordhoch.

Anna Martinsohn vom Deutschen Jagdverband (DJV) nennt Gründe: „Menschen wollen mobil sein. Straßenverkehrsnetze werden weiter ausgebaut und zerschneiden so die Lebensräume der Tiere, die täglich zwischen Schlafzimmer (Wald) und Esszimmer (Feld) hin und her wechseln.“ Für das Unfall-Hoch im April und Mai macht sie unter anderem die Zeitumstellung verantwortlich. Dann fällt die Hauptverkehrszeit wieder in die Dämmerung, in der Wild am häufigsten unterwegs ist. Hinzu kommt, dass das junge Rehwild in diesen Wochen für Revierkämpfe auch die weniger attraktiven Strecken entlang von Straßen in Kauf nimmt.

Wie gefährlich Unfälle mit Wild sind, zeigen Crashtests von ADAC und Sachverständigenorganisationen. Prallt beispielsweise ein 80 Kilo schweres Wildschwein auf ein mit Tempo 50 fahrendes Auto, trifft es mit einer Wucht von zwei Tonnen auf das Fahrzeug – kreuzgefährlich für Mensch und Tier. Wer weiß, wann und wo sich Fahrer und Wild häufig gegenüberstehen und welche Verhaltensregeln dann gelten, kann sich und die Waldbewohner schützen.

Wenn Wild die Fahrbahn kreuzt, sollte man lieber die Hupe betätigen, anstatt das Fernlicht einzuschalten

Gefährliche Wege:

• Mensch und Tier kommen sich vorwiegend auf durch Wälder führende Landstraßen sowie auf den Übergängen vom Wald zum Feld und zur Wiese in die Quere.
• Besondere Vorsicht gilt auf neuen Straßen, die durch Wälder führen und die gewohnten Wege der Tiere kreuzen.
• Wildwechselschilder signalisieren gefährliche Strecken.
Bitte beachten!
• Vorsicht: Auf ein Tier folgen oft weitere.

Fahrmanöver im Ernstfall:

• Auf den Gefahren-Strecken und bei Wildwechsel-Warnschildern Tempo runter und vorausschauend fahren. Schon bei einer Geschwindigkeitsreduzierung von 100 auf 80 km/h verkürzt sich der Bremsweg laut DJV um 25 Meter.
• Fernlicht ausschalten und laut hupen. Anderenfalls bleiben die Tiere im Lichtkegel wie angewurzelt stehen.
• Auf riskante Ausweichmanöver verzichten, voll bremsen und das Lenkrad geradeaus halten. Das gilt vor allem dann, wenn der Crash unvermeidlich erscheint. Die Folgen eines Unfalls am Baum oder im Gegenverkehr sind gravierender.

Regeln nach dem Unfall:

• Unfallstelle sichern: Warnwesten überstreifen, Blinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen.
• Wenn erforderlich, Erste Hilfe leisten.
• Polizei und bei Verletzten den Rettungswagen rufen. Die Polizei informiert den Jäger.
• Angefahrene und tote Tiere nicht anfassen. Infektionsgefahr!
• Den Unfall mit Fotos dokumentieren.
• Eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellen lassen. Schäden aufgrund von Kollisionen mit Haarwild zahlt die Voll-, beziehungsweise Teilkaskoversicherung.
• Wer verunfalltes Wild der Tierfundkataster-App meldet, hilft Wildunfallschwerpunkte zu entschärfen. Quelle: www.kfzgewerbe.de


Neues Reifenlabel geht an den Start

ZDK unterstützt die Kfz-Betriebe mit Infomaterial

Zum 1. Mai dieses Jahres führte die Europäische Kommission ein neues Reifenlabel ein. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unterstützt die Kfz-Betriebe mit Informationsmaterial. „Die Betriebe sind verpflichtet, ihre Kunden beim Kauf von Reifen über das neue Label zu informieren“, sagt Michael Breuer, Referent der Abteilung Werkstätten und Technik beim ZDK.

Dafür müssen die Kfz-Betriebe ihren Kunden in der Verkaufsstelle Reifenlabel und Produktdatenblätter bereitstellen, die sie von ihren Reifenhersteller/-lieferanten erhalten. Außerdem gibt es einen Kunden-Flyer – erhältlich auf www.kfz-meistershop.de. Hierfür fällt lediglich die Verpackungs- und Versandkostenpauschale an. Ein Info-Plakat wird kurzfristig folgen.

Die Kennzeichnungspflicht für Neureifen gibt es bereits seit 2012. Die aktuelle Verordnung (EU) 2020/740 ist Grundlage des neuen Labels und legt Informationspflichten zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch von Reifen fest. Änderungen gibt es bei den Labelklassen für die Rollwiderstands- und Nassbremswerte. Sie laufen künftig unter den Buchstaben A bis E (anstatt A bis G).

Beim externen Vorbeifahrgeräusch ersetzen die Kategorien A, B und C die bisher abgebildeten Schallwellen (eins, zwei oder drei). Zusätzlich enthält das neue Reifenlabel jetzt Angaben zur Reifenmarke, Typkennung, Dimensionsbezeichnung und Eignung des Reifens auf Schnee und Eis sowie einen QR-Code mit weiteren Details zum Pneu (zum Beispiel Herstellungsbeginn des Reifentyps).

Infos sollen für Kunden verständlicher sein

Ziel der Änderungen ist es, die Informationen auf den Reifenlabeln für Kunden verständlicher zu machen. Durch eine bewusstere Kaufentscheidung soll die Sicherheit auf den Straßen erhöht werden und sich die wirtschaftliche sowie ökologische Effizienz des Straßenverkehrs verbessern.

Auch wenn das neue Reifenlabel ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz für Endkunden ist, kann es eine kompetente Beratung durch die Reifenspezialisten im Kfz-Gewerbe nicht ersetzen.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.dasreifenlabel.de. Quelle: www.kfzgewerbe.de