Zeit lassen bei der Auswahl des Grabmals

Die letzte Ruhestätte kann auch lange nach der Beerdigung noch gestaltet werden

Die Auswahl an Grabsteinen ist groß. Foto: congerdesign / pixabay

15.03.2021

Ein Kreuz oder ein Grabstein sind häufig die letzten Dinge, welche an ein vergangenes Leben erinnern. Daher legen viele Angehörige großen Wert auf die Auswahl und Gestaltung des Grabmals.

Für die Hinterbliebenen beginnt die eigentliche Trauer aufgrund der vielen Aufgaben nach dem Tod eines geliebten Menschen häufig erst nach ein paar Wochen oder gar Monaten.

Vorgaben für die Gestaltung gibt es in der Regel nicht

Einen Abschluss kann das Setzen eines Grabsteins bilden. Dieser sollte erst dann ausgewählt werden, wenn man in der Lage ist, mit etwas Abstand über Persönliches des Verstorbenen zu sprechen und den Stein zu gestalten. Eile ist in diesem Fall nicht geboten. Das Grabmal kann auch lange nach der Beerdigung noch aufgestellt werden. Es gibt keine Vorschriften, wann ein Stein, eine Platte oder ein festes Kreuz auf das Grab gesetzt werden muss. Einige Friedhofssatzungen haben lediglich grobe Vorgaben, welche unter anderem definieren, dass das Grab sechs Monate nach der Beisetzung würdevoll hergerichtet sein muss. Dies schließt ein Grabmal jedoch nicht mit ein. Bei Bestattungen von Särgen warten Steinmetze in der Regel mindestens sechs Monate, damit sich die Erde ausreichend setzen kann. Bei Urnenbestattungen ist dies hingegen nicht nötig. Dennoch warten auch in diesem Fall viele Hinterbliebene mit der Wahl eines Grabmals. Denn steht dieses, hat das für die Trauernden eine Form von Finalität, was ihnen emotional schwerfällt. Professionelle Steinmetze raten den Trauernden daher, sich erst mal so viel Zeit wie nötig für die Emotionen zu geben. Vorgaben gibt es für die Gestaltung der Grabmale in der Regel nicht.

Ausnahmen betreffen unter Umständen Gemeinschaftsanlagen von Urnen. In diesem Fall sind häufig der Typ und die Größe der Beschriftung vorgegeben. Wer etwas Individuelles möchte, muss ein einzelnes Grab wählen. (LPS/BI)


Bestatter haben vielfältige Aufgaben

Von der Trauerrede bis zur individuellen Programmgestaltung gibt es einiges zu erledigen

Bestatter müssen heutzutage eine Vielzahl an Aufgaben erfüllen, die früher traditionell eher von gesellschaftlichen Institutionen wie der Kirche wahrgenommen wurden.

„Ein schönes Beispiel hierfür sind Trauerreden. Während früher geistliche Vertreter damit befasst waren, sind es heute häufig private Redner oder auch der Bestatter selbst, der die Worte an die Trauergesellschaft richtet“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl.

Aber auch Art und Ort der Bestattungsfeier und der Bestattung selbst werden immer individueller. Sterben gehört zum Leben – nur die Trauerfeier und die Bestattung selbst sind individueller als früher.

Individuell und modern oder doch lieber traditionell?

„Während für lange Zeit ein beeindruckender Sarg den Mittelpunkt der Bestattungsfeier darstellte, geht es heute auch darum, das Programm drum herum so individuell wie möglich vorzubereiten. Es braucht eine Trauerfeier, eine gute Beratung hinsichtlich der Bestattungsart und ein immer offenes Ohr für die Belange der Hinterbliebenen“, bekräftigt Stahl. Dazu kommt die Bestattung selbst: Helle, moderne Räumlichkeiten mit der Lieblingsmusik des Verstorbenen und individuell ausgesuchtem Raumschmuck mit anschließender Beisetzung des aufwendig gestalteten Sarges im Freundeskreis geht ebenso wie klassische Musik in einer traditionell ausstaffierten Trauerhalle, die anschließende Kremation im Beisein der Hinterbliebenen und die Bestattung der Urne unter der Leitung eines Geistlichen.

„Im ersten Fall bietet sich dann zum Beispiel ein individuell gestaltetes Grab mit modernen Steinmetz-Arbeiten, persönlichen Gegenständen und einem Foto des Verstorbenen an. Im Fall der Urne wird gerne ein klassisches Grab mit Blumen und einem Grabstein oder einem Kreuz mit Inschrift gewählt.

Aber auch der umgekehrte Weg ist natürlich denkbar: ein modern geschmücktes Urnengrab oder ein zurückhaltend ausstaffiertes klassisches Grab“, so Stahl.

All das und zunehmend auch pflegefreie Grabvarianten müsse ein Bestatter heute anbieten oder organisieren können. Auch die Friedhöfe müssten dafür in Zukunft noch stärker die Voraussetzungen schaffen, damit der Bestatter diese Wünsche auch umsetzen könne. (red)